Posts Tagged ‘menschliches Verhalten’

Westerwelle tuckt aus

Februar 22nd, 2010

!ping! Natürlich würden die meisten arbeitsfähigen Menschen lieber wochenlang an irgendeinem Traumstrand dieser Welt herumliegen und sich bedienen lassen, als morgens in der stinkigen S-Bahn ins Büro zu fahren. Wäre etwas falsch an dieser Behauptung, bräuchten wir keine Urlaubs- und Freizeitindustrie. An diesem Hang zur exessiven Faulheit ist auch garnichts auszusetzen. Wer ein Haustier hat, weiß, daß Genosse Hund oder Freundin Muschi nur durch die Gabe von Leckerlis dazu bewegt werden können, sich von ihren kuscheligen Schlafplätzen zu erheben. Lebewesen sind nun eben mal faul, das dient der Energieersparnis. Die Evolution hinkt in diesem Fall der Weltsicht eines Guido Westerwelle und der seiner Geistesgenossen hinterher. Deren neuerliche Überzeugung, dass der Mensch durch äußere Einflüsse zur Arbeitsleistung gezwungen werden muß, ist bekanntlich nicht neu. Jahrtausende mussten Sklaven, Kleinbauern und Angehörige niederer Stände unter miserablen Bedingungen die Lebensqualität der jeweiligen Herrscherdynastie erhalten und erhöhen. Die Hinwendung zum Humanismus, zur Einsicht, daß einfaches Anlocken unter Zuhilfenahme adäquater Belohnungsangebote auch funktioniert, dauerte bis ins 19.Jahrhundert. Leider ignoriert unser verehrter Vizekanzler dieses mittlerweile bewährte Belohnungssystem nicht nur vollkommen, er stellt es sogar auf den Kopf. Einerseits soll sich seiner Aussage nach Leistung wieder lohnen, andrerseits kann Herr Westerwelle nichts Falsches an Stundenlöhnen von zwei oder drei Euro finden. Selbstverständlich tut es mancher Bedürftige da lieber  seinem pelzigen Hausgenossen gleich, und bleibt in seinem Körbchen liegen. Was Herr Westerwelle nämlich nicht sagt, ist, für wen genau sich die erbrachte Leistung schlußendlich wieder lohnen soll. Vermutlich ahnen die Betroffenen, das sie es nicht sind. Die wirklich Bestraften aber, wären bei einer Verwirklichung von Westerwelles Ideen natürlich die Kinder der Bedürftigen. Wer eigene Nachkommen hat, weiß, daß man Kinder nicht dauernd mit billigem Zuckerzeug, Schwermetallspielzeug aus China und Formschinkenpizza vom Discounter bei Laune halten kann. Auch eine Entwicklung innerhalb unserer Evolution. Eltern wollen ihren Nachwuchs so gut wie möglich groß werden sehen. Zu diesem Großwerden gehören eine gesunde Ernährung, die bestmögliche Sozialisation und für alle gleiche Bildungschancen. Ob sich das mit zwangsverordnetem Schneeräumen bewerkstelligen läßt, bleibt dahingestellt. Das Einschlagen auf den vermeintlich schwächsten Gegner macht dem Aggressor keine Ehre, und hat nebenbei auch noch eine sehr unrühmliche Vergangenheit. Ein Kinofilm in Berlin, der die Geschichte der Entstehung des Propagandafilms “Jud Süß” als Thema hat, kann dazu weiterführende Informationen liefern. Selbstverständlich hat Herr Westerwelle nichts mit den damaligen Machthabern gemein. Aber dummdreiste Hetzreden helfen niemandem weiter, sie bewirken höchstens das, wozu sie gehalten werden - sie schüren Sozialhass !\ping!

  • Share/Bookmark

Dem Banker sein Vorderhirn

Februar 4th, 2010

!ping! Es gibt kein spezielles Areal im Gehirn, dass sich ausschließlich mit Fragen der Moral und Ethik auseinander setzt, habe ich mir sagen lassen. Genauso wenig gibt es einen Bezirk in unserem Steuerorgan, dem Antworten auf Fragen der Gleichheit und Gerechtigkeit vorbehalten bleiben, habe ich mir auch sagen lassen. Andrerseits habe ich aber gelernt, dass der präfrontale Cortex und der orbito-frontale Cortex, also z.B. das Vorderhirn viel, und hier nenne ich nur einige Leistungsbereiche,  mit Verhaltenskontrolle, Emotionskontrolle, Kognition, Bildung von Urteilskraft etc. zu tun haben.

Nun läßt heute der Vertreter einer Schweizer Bank, welche direkt von der aktuellen Steuerhinterzieherschmierenkomödie belästigt wird, verlauten, dass Schweizer Bankinstitute durchaus nicht verpflichtet sind und sich auch gar nicht in der Pflicht sehen, zu überprüfen, wo das liebe Geld schlußendlich herkommt. Kann das etwa so gedeutet werden, dass ausnahmslos jeder Geldkoffer, egal ob sich darin hinterzogene Banknotenbündel, Diebesgut oder Blutgeld befindet, dankend angenommen wird? Die Evolution des Homo sapiens, hat, jedenfalls habe ich langsam den Verdacht, im Falle von Bankbeschäftigten einen gänzlich neuen Weg eingeschlagen. Nun aber wieder ernsthaft. Während wir bei den Schweizer Privatkundenbetreuern Läsionen oder krankhafte Veränderungen des Vorderhirns vermuten, müssen wir bei deren unvermeidlichen Kollegen in den Vorstandsetagen, ihren Freunden, den Lobbyisten, und natürlich bei den Ausnahmetalenten und -Innen aus dem Investmentbereich schon von einem Totalverlust des zentralen Steuerorgans ausgehen. !\ping!

  • Share/Bookmark

Ego Internet

Januar 27th, 2010

!ping! Dies ist nicht mein erster Blog. Ich hatte unter anderem im Netz publiziert. Ich schreibe Texte, weil es meiner geistigen Gesundheit gut tut, auch wenn manche Leser vielleicht anderer Meinung sind. Meine These lautet: das worldwideweb ist ein zutiefst totalitärer und undemokratischer Ort. Der menschlichste, der je erfunden wurde. Nirgendwo sonst können sich die Teilnehmer derart hemmungslos ichbezogen gebärden. Die Antithese, das Netz wäre demokratisch, fördere soziales Verhalten und die Ausbildung einer Gruppenintelligenz, halte ich für geschäftsmäßig verbreiteten Blödsinn. Hier wird Toleranz allzu schnell mit relativer Gleichgültigkeit auf eine Stufe gestellt. Es gibt gerade im Netz kein social networking ohne den Anspruch auf größtmöglichen persönlichen Vorteil. Das worldwideweb gleicht vielmehr einem neuen Kontinent, der nach den unmißverständlichen Regeln der Conquistatores erobert wird und wurde. Hier herrschen ebenso simple wie elementare Regeln. Stärke zeigen, Gegner einschüchtern, integrieren oder besiegen. In der Folge Ressourcen ausbeuten, und langfristig die alten Regeln umformulieren oder durch die eigenen ersetzen.
Das Netz als digitaler Lebensraum ist kein Ponyhof. 24 Stunden täglich finden dort weltweit Scharmützel und Eroberungskriege statt. Beinahe täglich wechseln Leader und Follower ihre Plätze.
Hierzu fiel mir das folgende Beispiel ein. Ein Teilnehmer meldet sich bei einem der hinlänglich bekannten sozialen Netzwerke an. Hat der Novize das Aufnahmeritual, also die feierliche Vergabe einen neuen Namens, vulgo Username, die Schlüsselübergabe, vulgo Passwort, hinter sich, liegt es an ihm selbst, die Gemeinschaft vom Grad seiner Wichtigkeit und Wertigkeit zu überzeugen. Er muß also eine akzeptable Leistung erbringen. Diese notwendige Leistung muß dieser Teilnehmer mithilfe einer ebenso alten wie wirkungsvollen Kommunikationstechnik, dem sogenannten »Wie du mir, so ich dir« erbringen. Nur scheinbar entsteht dadurch ein soziales Netzwerk, in Wirklichkeit aber, dient das fortwährende »Tit for Tat« dem Gleichgewicht der Kräfte innerhalb der jeweiligen Gruppe von Teilnehmern. Das höhere Handlungsziel der Beteiligten aber, bleibt immer, die eigene Sichtbarkeit, und damit einhergehend, die eigene Rangstellung zu erhöhen. Um das höhere Handlungsziel zu erreichen, muß der kommende Leader allerdings andere Teilnehmer geschickt manipulieren. Daran gibt es erstmal nichts auszusetzen. Zweckgebundenes Handeln wohnt jedem Lebewesen auf diesem Planeten inne. Andernfalls könnte ich hier nicht sitzen und Texte schreiben. Ich kürze hier ab. Konnte also der Leader die Gemeinschaft von seiner hohen Wichtigkeit und Wertigkeit überzeugen, wird er zufrieden sein. Aber auch die Follower sind zufrieden, fällt ihnen doch auch ein Teil der Wichtigkeit und Wertigkeit ihres Leaders zu. Also, alles in allem ein guter Handel.
Wo aber wird hier aktiv durch das worldwideweb irgend etwas demokratisiert, oder soziales Handeln erzeugt? Handle ich als Subjekt etwa sozialer, intelligenter oder demokratischer, nur weil ich in einer Bibliothek herumstehe? Verändert sich diesbezüglich mein Handeln, wenn mit mir weitere zehntausend Leser in der Bibliothek herumstehen? Ich behaupte nein! Solange mein realer Körper den Bezugspunkt zu meiner realen Welt darstellt, und mein reales Gehirn einzig und allein dadurch zuverlässig mit realem Sauerstoff und Glucose versorgt wird, kann ich auch nur in einer realen Welt demokratisch und sozial handeln. Das worldwideweb erzeugt garnichts. Es ist nur die genialste Erfindung seit der Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming (Quelle: Google)
!/ping!

  • Share/Bookmark
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de